Wir verwenden Cookies, um die Nutzung dieser Webseite zu erleichtern. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Aktuelle News Die Unternehmen sind vom inländischen Konsum übermäßig abhängig

Eine Umfrage von Grant Thornton in 36 Ländern zeigt, dass die Unternehmen in den kommenden 12 Monaten weltweit steigende Umsätze erwarten. Im Gegensatz dazu sind die globalen Exporterwartungen weiterhin gedämpft, was darauf hindeutet, dass die geplanten Einnahmen stark von der inländischen Kaufkraft der Verbraucher abhängig sind. Die internationale Expertin von Grant Thonton weist die europäischen Firmen nach dem Brexit weiterhin auf eine überlegte und moderate Annäherung hin.

 

Laut Umfrage rechnen die Unternehmen weltweit immer mehr mit steigenden Umsätzen (46%, 11pp), mit der Erhöhung der Verkaufspreise (21%, +4pp) und Wirtschaftlichkeit (36%, +6pp) für die auf Q2 2016 folgenden 12 Monate. Exportpläne folgen jedoch nicht dieser optimistischen Tendenz. Die globalen Exporterwartungen bleiben für das kommende Jahr ziemlich trübe (15%, +2pp), insbesondere in Lateinamerika, Nordamerika bzw. in der  Europäischen Union (20%, -2pp). Ferner wurden in denselben Regionen auch die Pläne der Unternehmen für eine die Inflation übersteigende Lohnerhöhung im letzten Quartal zurückgeschraubt.

 

Die Kaufkraft der Verbraucher im Inland ist derzeit auch durch die gestiegene politische Instabilität, die steigenden Ölpreise und die trübe Aussichten auf eine Lohnerhöhung gefährdet. Die internationale Umfrage von Grant Thornton weist außerdem auch darauf hin, dass das Einfrieren der Löhne nicht lange andauern kann, weil der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften ernsthafte Schwierigkeiten darstellt.

 

Francesca Lagerberg, globale Leiterin von Grant Thornton sagte, in vielen Regionen scheint eine Diskrepanz zwischen den Exportplänen und den Umsatzerwartungen zu bestehen. „Exporterwartungen bleiben vor allem in Europa und Amerika weiterhin enttäuschend, und daraus folgt, dass sich die Unternehmen hinsichtlich des Wachstums voll auf die inländische Kaufkraft der Verbraucher stützen.”

 

„Vor kurzem haben Verbraucher in den entwickelten Volkswirtschaften insbesondere von niedrigen Energiepreisen, starken Währungen bzw. von der niedrigen Inflation profitiert. Aber mit der Verlangsamung des Lohnanstiegs, der Erhöhung der Ölpreise und der steigenden politischen Unsicherheit – einschließlich Brexit – kann das Vertrauen der Verbraucher im kommenden Jahr stark getroffen sein.„

 

„All das kann eine Unsicherheit in der Geschäftswelt hervorrufen, die Binnennachfrage kann nämlich den Umsatz nur zeitweise ankurbeln. In unserer heutigen Welt ist der Überseehandel entscheidend für das weitere Wachstum. Mit einer weiteren Runde der Gespräche über das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA soll auch vor Augen gehalten werden, dass Abkommen wie dieses die globalen Transaktionen für Unternehmen einfacher machen können. Andernfalls können Firmen zu introvertiert sein und übermäßig auf heimische Märkte angewiesen sein. All das könnte ihr langfristiges Wachstum und ihre Nachhaltigkeit gefährden.”

 

Während der Umfrage ist Ende Juni ein weiterer Unsicherheitsfaktor in Vordergrund getreten, als sich Großbritannien im Rahmen eines Referendums für das Verlassen der Europäischen Union entschieden hat. Darüber äußerte sich Francesca Lagerberg wir folgt:

 

“Die ultimative Wirkung von Brexit auf die globale Wirtschaft ist noch unbekannt. Die Zentralbanken versuchen der kurzfristigen Unsicherheit des Marktes durch Unterstützung der Stabilität der Fiskalpolitik entgegenzuwirken. Unsere Mitgliedsfirmen sind im Gespräch mit ihren Kunden, damit diese ruhig und überlegt handeln, und wir überwachen den Fortschritt des Austrittsprozesses. Wir haben noch keine ausreichenden Informationen für wichtige Entscheidungen am europäischen Markt.”

„Wenn wir über die Bedrohungen und Chancen des Brexit nachdenken und darüber entscheiden, wie wir Werte schaffen und schützen, kann es sich lohnen, alle kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen, die die Menschen, die Ex- und Importe, den Zugang zum Binnenmarkt, die Handelsnormen und Regulierungen, die strategischen Zielsetzungen, Finanzierungsrisiken und den Investitionsschutz betreffen, zu prüfen. Eine moderate Annäherung kann helfen, dem unerwarteten Schock, durch den die langfristigen Wachstumsaussichten entgleisen könnten, auszuweichen.”